… vergess ich Schwert und Lanzen, so hätte ich mir wohl in früheren Jahrhunderten als später Ritter ganz bitter im Gewitter gedacht. Damals, als mit dem Wort Schanze eine aus einem Erdaufwurf bestehende Verteidigungsanlage gemeint war. Heute dagegen vergessen der Papi und ich sogar Zeit und Raum, wenn es endlich wieder so weit ist: Die Vierschanzentournee führt dazu, dass sich der Papi und ich stundenlang vor dem Fernseher verschanzen …
Skispringen ist das Einfachste von der Welt, jedenfalls zum Erklären: Es ist eine aus Norwegen stammende (Winter)sportart, bei der die Sportler auf Skiern und in gewöhnlich zwei Durchgängen „den Anlauf einer Skisprungschanze hinabfahren, an einer Rampe (Schanzentisch) abspringen und versuchen, möglichst weit zu fliegen. Bewertet werden neben der Weite auch die Flughaltung und die Landung.“ (www.wikipedia.de) Zum Erfolg braucht es neben Talent, Gesundheit und Selbstvertrauen auch Technik. Und diese Skisprungtechnik wiederum hängt sehr vom verwendeten Material für Skier und Bekleidung ab. Da wird es dann mit dem Erklären viel schwieriger, von wegen Anlaufposition, Absprungtechnik, V-Stil, K-Punkt, Telemark und so.
Deswegen beschränke ich mich heute lieber auf einen kurzen Bericht über einen der traditionsreichsten Winterwettkämpfe von Euch Männern: Die erste Vierschanzentournee, damals noch Deutsch-Österreichische Springertournee geheißen, fand vom 1. bis 11. Januar 1953 statt. Es war die bisher einzige Vierschanzentournee, die in nur einem Jahr ausgetragen wurde. Seither wird zumindest das erste Springen immer im „alten“ Jahr ausgetragen, und zwar am 29. oder 30. Dezember in Oberstdorf. Es folgt das bereits seit 1922 in Garmisch-Partenkirchen ausgetragene Neujahrsskispringen, am 3. oder 4. Januar/Jänner macht die Tournee Station in Innsbruck und gewöhnlich am 6. Januar/Jänner endet sie in Bischofshofen. Bereits seit 1956 überträgt das Fernsehen das Neujahrsskispringen, seit 1957 bzw. 1960 werden alle Tourneespringen am Bildschirm gezeigt. Mit den Kameras kommt Ihr natürlich viel näher ran an die Springer als die Zuschauer unten im Stadion, bibbernd und ohne Bärenfell.