Herzlich willkommen und hallo, hier Bryan! Hm, es gibt den Weltraum, unendliche Weiten, das Web und mittendrin seit vielen Monaten auch mich, den Bryan. Ich bin ein kleiner Teddybär aus Bayern und lebe bei meinem Papi, der als Autor, Lektor und Redakteur arbeitet. Der Papi hat mich auch ermuntert, Euch von meiner Welt zu erzählen. Gute Unterhaltung!Aktuelle EinträgeEin kleines Flüsschen schreibt Geschichte
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Samstag, 19. Dezember 2009
Geschrieben von Bryan
in Mensch des Monats, Worte im Wind
um
22:55
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Ein Bruder im Geiste, für Eure Herzen
Natürlich kann es sein, dass Ihr seinen Namen noch nie zuvor gehört habt. Das macht aber nichts, im Gegenteil: Gerade dann ist es mir besonders wichtig, ihn Euch in meiner Mensch des Monats-Reihe etwas näher vorzustellen.
![]() Werdet nicht muffig, den finde ich knuffig! Knapp war einst das Urteil, das ein Pariser Verleger über sein erstes Romanmanuskript fällte: „Das ist ein wunderbarer Schriftsteller: Er ist prägnant, hat Aussagekraft, ist geistreich und hat was zu sagen.“ Am Ende seines Lebens sprach dieser oft auch als Lehrer, Prediger oder gar als Prophet bezeichnete Schriftsteller zu seinem Bruder: „Ich hoffe inständig, dass ich meine Arbeit so gemacht habe, dass jemand, wenn ich mal nicht mehr bin und wenn er sich die Mühe macht, in dem ganzen Durcheinander, dem ganzen Trümmerhaufen, den ich hinterlassen habe, herumzugraben, dass er dann etwas findet, was er brauchen kann. Wenn mir das gelungen ist, dann habe ich etwas erreicht im Leben.“ Viele Jahre früher hatte mein Mensch des Monats Dezember gesagt: „Keine Gruppierung, kein Slogan, keine Partei, keine Hautfarbe und auch keine Religion ist wichtiger als der Mensch selbst. … Ich glaube nämlich wirklich an das neue Jerusalem. Ich glaube nämlich wirklich, dass wir alle bessere Menschen werden können. Aber der Preis ist enorm, und noch sind die Menschen nicht bereit, ihn zu zahlen.“ Ihr merkt, wir kommen „ihm“ immer näher. Für mich einzigartig ist jedenfalls ein schwarz-weißes (!) Fernsehinterview aus den 1960er-Jahren. Vor Publikum fragt ihn da der weiße Gastgeber: „Als Sie als Schriftsteller anfingen, waren Sie schwarz, völlig mittellos und homosexuell. Kamen Sie sich da nicht benachteiligt vor?“ Seine lächelnd vorgetragene, spontane Antwort: „Nein, ich fand, ich hätte das große Los gezogen!“ Das Publikum gibt sich amüsiert, da fügt er hinzu: „Es war so ungeheuerlich, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer werden konnte.“ Dabei wird verschwiegen, dass er zu allem Überfluss auch noch Linkshänder war … Samstag, 21. November 2009
Geschrieben von Bryan
in Biss vom Bärenbankerl, Worte im Wind
um
08:58
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In den Träumen ewig jung
… bleibt nur die Erinnerung. Liebe Freunde, in diesem Jahr sind leider schon sehr viele berühmte und begabte Menschen gestorben, die dem Papi und mir sehr am Herzen lagen. Ihr könnt mir glauben, bei so einer Todesmeldung werde ich jedes Mal
![]() Das sollte reichen, Ihr wisst jetzt sicher Bescheid! (Foto: beastandbean, www.flickr.com) Als seinerzeit im Juni die Nachricht vom Tode des King of Pop um die Welt ging, da war diese Welt besonders dunkel. Das war letztlich kein Wunder: Der Papi, die alte Nachteule, hat mir um ein Uhr nachts diese ORF-Videotext-Meldung vorgelesen. Ja, und ich will ganz ehrlich sein: Ich war nicht sehr überrascht, ich hatte es kommen sehen und sogar in unserer Bärenrunde meine Bedenken hinsichtlich des geplanten Mammut-Konzertprogramms geäußert. Zudem, Jim Morrison starb mit 28 Jahren, Janis Joplin wurde 27 Jahre alt; selbst aus Sicht von Elvis Presley (1935 bis 1977) war der 50-jährige King of Pop – salopp formuliert – relativ spät dran. Und könnt Ihr ihn Euch ernsthaft mit 60 oder 70 Jahren vorstellen? Also ich höchstens in der Rubrik Monster des Monats … Ich will Stellung beziehen und muss zugeben, dass der King of Pop aus meiner Bärensicht bereits seit vielen Jahren ein menschliches Wrack gewesen ist. Ich meine das in körperlicher und geistiger Hinsicht, aber garantiert nicht böse! Vielleicht stimmt Ihr mir ja zu, dass ein reicher Mensch, der Schimpansen als Freunde mehr liebt als seinesgleichen, in Wirklichkeit ein sehr armer Mensch ist. Und dass jemand, der sich mit Schaufensterpuppen gegen seine Einsamkeit wappnen will, verloren ist. Na ja, und ich käme auch nie auf die Idee, mein Bärenfell durch eine Schlangenhaut ersetzen zu wollen ... Mittwoch, 19. August 2009Mehr sein als scheinen
Vielleicht habt Ihr ja Papis Beitrag „Als Papi …“ in der gleichnamigen Rubrik gelesen. Dann wisst Ihr bereits, dass der Satz Mehr sein als scheinen zu meinen und zu Papis Leitsprüchen gehört. Darauf will ich heute näher eingehen.
![]() So ein Schein ist fein: Da wird aus dem Heiligen Franziskus der eilige Serafino … Doch wie viele von Euch Menschen plustern sich ohne Hemmungen und voller Geltungsdrang auf! Nehmen sich und ihr Tun überwichtig, sind mit dieser ständigen Wichtigtuerei aber nur eines: nämlich unangenehm und peinlich. Mich jedenfalls könnt Ihr mit großen Auftritten auf tönernen Füßen nicht beeindrucken. Und so manches Herz, in das ich schaute, war leer. Ich liebe die Zurückhaltung. Mir liegen diejenigen Menschen und Bären am Herzen, die mehr sind als es zunächst scheint. Noch nie habe ich einen sich aufplusternden Teddy gesehen! In Papis kleinem altem Buch Zitate und Sprichwörter von A–Z aus dem Jahr 1982 ist die Sache ganz einfach: Mehr sein als scheinen ist demnach einfach ein „alter Wahlspruch“. Da wäre ich jetzt also fertig mit meiner kleinen Erörterung. Auch dem 1981 in zweiter Auflage erschienenen Buch Zitate, Redensarten, Sprichwörter des deutschnationalistischen Gelehrten Lutz Mackensen (1901 bis 1992) zufolge ist Mehr sein als scheinen! eine alte Lebensregel. Diese ist laut Mackensen durch den deutschen Generalstabschef und Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke (1800 bis 1891) und seinen Generalstab „wieder verbreitet“ worden. Montag, 3. August 2009Die Legende von den Kugelmenschen![]() Platon-Büste in der Glyptothek in München. Schwer (und) beeindruckend! (Foto: Bibi Saint-Pol) Nun aber schnell zum Thema: Eine meiner Lieblingsgeschichten des griechischen Philosophen Platon (427 bis 347 vor Eurer Zeitrechnung) steht nicht in der Politeia, sondern in seinem später entstandenen Werk Symposion (Das Gastmahl). Während eines ausgiebigen Trinkgelages debattieren ein paar Männer über die Liebe. Normalerweise kommt dabei ja nicht viel heraus. Aber in diesem Falle macht die Rede eines gewissen Aristophanes die Anwesenden mit der Legende vom Kugelmenschen vertraut. Euer Bryan lässt es sich nicht nehmen, diesen weltberühmten Mythos in aller Kürze nachzuerzählen. Ursprünglich gab es demnach auf der Welt dreierlei Sorten von Kugelmenschen. Diese komischen Kugeln hatten jeweils vier Arme, vier Beine, zwei Gesichter und – das ist von entscheidender Bedeutung! – zwei Geschlechter. Der Erde entstammten diejenigen Kugeln mit „weib-weiblichem“ Geschlecht. Die Kugelmenschen mit „mann-männlichem“ Geschlecht kamen dagegen von der Sonne (wo es bekanntlich sehr heiß hergeht). Ausgerechnet von meinem geliebten Mond aber stammten die Kugeln mit „mann-weiblichem“ Geschlecht. Die drei verschiedenen Geschlechter kugelten sich nun im Lauf der Jahre immer übermütiger, ein uraltes Motiv Eurer menschlichen Überheblichkeit. Bald schäumte Göttervater Zeus vor Wut und hatte eine Idee: „Ich haue jetzt alle Kugeln mitten entzwei!“ Donnerstag, 2. April 2009Wie schön ist es, Freunde zu haben!
In den letzten Wochen habe ich Euch ein paar meiner lieben Freunde näher vorgestellt: den Bärli (siehe das nebenstehende Frühlingsgruß-
![]() Lass die Sonne in Dein Herz! Und mich, den Bärli. Freilich sind die vorgestellten fünf noch längst nicht alle meine Bärenfreunde. Es fehlen beispielsweise die Zwillinge Xandi und Lexi, der Adam und der Petzibär sowie der Leander und der Mondi. Alle sehr scheu, aber treu. Als ich zu meinem Papi kam, hatte ich zuerst ja auch große Angst zu sprechen. Ich befürchtete, er würde erschrecken und mich vielleicht entgeistert wegwerfen. Aber dann ist alles ganz anders gekommen und war noch viel schöner als erträumt: Ich fand Freunde. Heute kann ich mit denen und natürlich auch mit dem Papi über alles reden. Wir sind sozusagen Papis Exbärten. Obwohl inzwischen mancher von Euch Menschen den Papi ganz bärplex anschaut … Es kommt sicher recht selten vor, dass ein kleiner Teddybär errötet. Mir ist das passiert, neulich. Mein Freund Bärli war für einige Tage verreist. Am späten Abend wollte er aus der Ferne seinen Liebling zärtlich grüßen. Doch Bärli verwechselte eine Taste. Statt an Härtzi IV simste er die folgenden Zeilen an mich: „Auf den Flügeln meiner Sehnsucht / trägt der Nachtwind mich zu dir; und in ungezählten Stunden / träume ich, du wärest hier.“ Aber sind die nicht schön? Samstag, 7. März 2009Kennt Ihr den Raistinger Bärendom?![]() Hier hat der Papi ihn vom gegenüberliegenden Ufer aus fotografiert. Es geht vielmehr um eine kleine Kapelle, die nur wenige Meter vom Ufer der besagten Rott entfernt steht. Ihr findet dieses Kapellchen rechter Hand am Straßenrand, ungefähr 700 Meter nach dem Ortsausgang von Raisting Richtung Dießen. Eine Inschrift an der 1925 eingeweihten Kapelle bewegt die Herzen – zumindest die von mir und dem Papi. Es steht dort geschrieben: Frohgemut trägst du den Wandrer, ![]() Für Euch ist’s nur eine kleine Kapelle, für mich der Raistinger Bärendom! Die schmale Brücke freilich, die einst mit diesem Sinnspruch bedacht worden war, die gibt es längst nicht mehr. Sie ist durch eine viel breitere an anderer Stelle ersetzt worden; nur ihre Pfeiler stehen noch im plätschernden Wasser der Rott. Demnächst wird wohl der seinerzeit begradigte Flüsschenlauf renaturiert, dann werden auch die letzten Brückerlreste verschwunden sein. Der Papi und ich, wir lieben ja seit je schöne Brücken und Gedenkstätten. Und jenes kleine Raistinger Kapellchen hat Euer Bryan spontan „Bärendom“ getauft (offiziell ist es natürlich die Rott-Kapelle). Doch seine in Stein gemeißelte Inschrift bewegt uns zudem auf eine spezielle Weise und wir werden beide sehr sentimental: War es denn wirklich Zufall, dass der Papi zu einer ganz besonderen Zeit zum ersten Mal vor dieser Gedächtniskapelle stand? Als nämlich klar war, dass ein uns sehr lieber Mensch schon sehr bald die Brücke in die Ewigkeit beschreiten würde? Tja, so rühren also einige Worte des damaligen Raistinger Dorfpfarrers Johannes Tremel (1869 bis 1935) mein Bärengemüt. Hätte ich wirklich nicht gedacht! Mittwoch, 4. Februar 2009Worte sind eine Wucht!![]() „Nicht pflückt die Blüten, ... Beginnen möchte ich mit einem klitzekleinen Gedicht. Dieses Gedicht stand vor Jahren am Schluss von Papis Vorwort seiner Diplomarbeit. Aber er hatte es nicht erfunden, sondern zitiert. Weil der Papi natürlich die Quelle angegeben hatte, habe ich mich auf den Weg gemacht. Gefunden habe ich aber gar keine Quelle, sondern ein Buch von Richard Mason. In dem steht vorne drin: Wenn auch die Worte geschrieben sind:Liebe Freunde, diese Zeilen treffen mitten in mein Bärenherz. Treffender könnte auch das besagte Buch nicht beginnen. Es heißt nämlich „... denn der Wind kann nicht lesen“. Dieser Roman erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem britischen Fliegeroffizier Michael Quinn und seiner Japanischlehrerin Miss Wei, von ihm zärtlich Sabby genannt. Okay, das klingt jetzt nicht gerade umwerfend. Aber Ihr solltet wissen: Schauplätze des Romans sind Birma (heute: Union Myanmar) und Indien; es herrscht ein grausamer Dschungelkrieg zwischen Engländern und Japanern. Aber die (verbotene) Liebe kommt und bleibt, bis das Schicksal es anders will: … denn der Wind kann nicht lesen. ![]() ... sind lebend Wesen!“ Wenn Ihr Euch nun dieses todtraurige Buch mit der zitierten japanischen Weisheit kauft, dann legt am besten gleich einen Föhn neben Euren Teddybären! Übrigens, „... denn der Wind kann nicht lesen“ ist 1958 mit Dirk Bogarde und Yoko Tani verfilmt worden. Absolut unverständlich, warum dieser wunderbare Film bisher nicht auf DVD erhältlich ist. Obwohl ich mich dann wohl wieder mal abtrocknen müsste …
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