Wenn ich den
Bärli frage, was er von einer
Diva hält, rümpft er für gewöhnlich die Nase. Doch es gibt eine Ausnahme. Bei deren öffentlichen Auftritten fiebert Bärli vorm Bildschirm mit. Er wirft sich mit Schals in Schale und lächelt minutenlang möglichst unnahbar und huldvoll zugleich. Und dann ruft er laut: „Alles, was Sie hier sehen, verdanke ich Spaghetti!“ Bärlis Bärenfreunde wissen längst: Es gibt nur eine, die in aller Öffentlichkeit ihren Schönheitschirurgen Doktor Spaghetti nennt: die unvergleichliche, hinreißende, fantastische Sophia Loren.
Die italienische Filmlegende wurde am 20. September 1934 nicht ehelich in Rom geboren. In ärmlichsten Verhältnissen ist Sofia Villani Scicolone, so ihr bürgerlicher Name, in der Kleinstadt Pozzuoli bei Neapel aufgewachsen. Ihre (alleinerziehende) Mutter versuchte, die Schönheit ihrer älteren Tochter zu vermarkten: Misswahlen, Fotoromanzen, Komparsenauftritte. Das
Dirk Jasper FilmLexikon schreibt etwas schonungsloser über Sophia: „Sie schlug sich […] als Leinwandnackedei in Billigproduktionen durch, bis sie von Produzent Carlo Ponti entdeckt wurde, der als Jurymitglied einer Schönheitskonkurrenz fungierte. Er verschaffte ihr eine Schauspielausbildung und bessere Rollen.“ Ihr späterer Ehemann Ponti erfand wohl auch den Namen Loren. Der wird auf Italienisch übrigens auf der ersten Silbe kurz betont. Der Papi und ich finden das viel erotischer als das hierzulande oft zu hörende Lor
eeen. Probiert beides und vergleicht selbst, die feuchten Poren im Titel sind auch
pädagogisch wertvoll!
Der Einfluss des zweiundzwanzig Jahre älteren Filmproduzenten Ponti auf ihr Leben und ihre Karriere war gewaltig: Bald überholte Sophia Loren (ein Zwischenruf von Bärli: „In welchem Auto? Sicher in einem Mercedes
SL!“) ihre nationale Konkurrentin Gina Lollobrigida und avancierte kurvenreich zum internationalen Filmstar:
Hausboot (1958),
Und dennoch leben sie,
Es begann in Neapel (beide 1960) sowie
Die Gräfin von Hongkong (1967) sind unsere Lieblingsfilme von ihr. Sophia Loren ist eine großartige Schauspielerin! Sie spielte ebenbürtig neben anderen Hollywood-Weltstars wie Cary Grant, Paul Newman und Gregory Peck. In italienischen Produktionen war ihr Filmpartner oft Marcello Mastroianni, ihr bevorzugter Regisseur hieß Vittorio De Sica. Zuletzt stand sie im zweiten Halbjahr 2008 für den amerikanischen Musicalfilm
Nine von Rob Marshall vor der Kamera. Dieser Film mit Daniel Day-Lewis, Nicole Kidman und Judi Dench wird in den USA Ende November in die Kinos kommen. Ob da die Männer wieder Schweißausbrüche kriegen werden?