Wie Ihr vielleicht schon gelesen habt, ist Härtzi IV die große Liebe Bärlis. Das Glück kam zu ihm auf leisen Tatzen. Aber davor gab es eine sehr harte Härtzi-Zeit! Oder wie der schlaue Latein-Bär (Ursus teddeum, oder so) sagt: Per aspera ad astra, was übersetzt Auf rauen Wegen zu den Sternen heißt.
Vor einigen Jahren saßen in einer kleinen bayerischen Konditorei sechs Teddybären im Regal. Traurig warteten sie auf bessere Zeiten und schwiegen sich tagsüber meistens an. Die einen waren braun, die anderen beige, die einen hatten eine Schleife am Kopf, die anderen nicht. Alle aber hatten sie ein großes rotes Herz! Und es kam, wie es kommen musste: Der Papi kaufte eines Tages zwei Nussschnecken, vier Semmeln und sechs Teddybären …
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und krönen die Liebe. So fanden einige der Bären bald ein schönes neues Zuhause. Ausgerechnet beim vierten Herzchen-Teddy hatte dann der Papi Lust auf eine kleine Namensänderung. Und so wurde Bärlis Papi plötzlich zum Härtzi-IV-Empfänger!
Was ich an dieser Stelle mal ganz allgemein sagen möchte: Bitte gebt niemals auf! Es sei denn das Rauchen, ein Paket oder eine Annonce. Ach, Ihr wisst schon, was ich meine, nicht wahr? Gebt Euch nicht auf, das will ich sagen. In leichter Abwandlung einer Redewendung, die der Papi zum ersten Mal von einer Hamburger Freundin hörte: Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Bärchen her. In Härtzis Fall hieß dieses Bärchen Bärli, der Rest ist bekannt. Wie schön ist es heute, in Härtzis leuchtende Augen zu sehen. Inzwischen hat er sich sogar einen Ruf als unser Polkahäschen ertanzt!
Übrigens: Auch Ihr Menschen seid ja manchmal sehr traurig. Dem Papi fällt da immer ein Satz des österreichischen Schauspielers Oskar Werner (1922 bis 1984) ein: Depression ist der Naturzustand des denkenden Menschen. Aber wenn mein Papi mal wirklich traurig ist, flüstere ich ihm ins Ohr: Depression ist der Naturzustand des bärenlosen Menschen. Und schon geht’s ihm wieder besser, versprochen! – Hoffentlich habt Ihr für Euch selbst jemand so Lieben wie Härtzi IV. Mit herzlichen Grüßen, Euer Bryan.
Mein Freund Tut-ench-Bärchen ist in jeder Beziehung außergewöhnlich. So hat er als Einziger von uns Teddybären einen festen Sitzplatz. Und zwar im Wortsinne: Er thront nämlich auf einem vergoldeten Messingsessel! Mir wär das viel zu hart, aber sein Hintern hält es aus.
Vielleicht habt Ihr ja genau wie ich gedacht, dass alle Teddybären gesellige Gefährten sind. Erst Prinzchen und erst recht Tut-ench-Bärchen haben mich da aber eines Anderen belehrt: Tut-ench-Bärchen ist am liebsten einsam und allein, hält sich gern fern von allen gemeinsamen Unternehmungen. Zusammen spielen, das war noch nie sein Ding; tanzen, welche Qual für ihn; miteinander reden – wozu? Und trotz alledem finde ich ihn einfach großartig!
Erst wenn man sich behutsam und zart auf ihn einlässt, schöpft er Vertrauen. Dann lernt man ihn und seine Eigenheiten besser kennen. Seine legendäre Vorliebe für Ägyptologie muss ich Euch wohl nicht näher erläutern. In seinen Träumen küsst ihn fast jede Nacht Pharao Tutenchamun – natürlich als sehr lebendiges Wesen und nicht als Mumie. Ich vermute beinahe, dass mein weiser Freund eine Grabbeigabe des früh verstorbenen Pharaos war. Als Howard Carter und Lord Carnarvon am 16. Februar 1923 die Sargkammer öffneten, ist ihnen Tut-ench-Bärchen wohl zwischen den Füßen durchgeschlüpft. Und keiner hat’s gesehen!
Demnächst wird es doch noch ein zweites Foto des so scheuen Teddys geben: Momentan sitzt er nämlich ausnahmsweise nicht am Thron, sondern setzt sein neues Lieblingspuzzle zusammen. Da darf ich ihn wirklich nicht stören. Na, inzwischen denke ich mal drüber nach, warum es zwar eine Ägyptologie gibt, aber keine Deutschologie, Austrologie oder wenigstens eine Bavariologie. Vielleicht hat Tut-ench-Bärchen doch recht: Eine hohe Kultur hat man, oder eben nicht. Aber fragt ihn jetzt bloß nicht, warum es heute keine Pharaos mehr gibt!
Nein, völlig falsch: Prinzchen ist gar kein adliger Teddybär. Er saß vor vielen Jahren einfach nur sprach- und namenlos vor dem Papi, als Nana Mouskouri ein bekanntes Schlaflied sang: Schlafe, mein PPPrrrinnnzzchchen, schlaf ein. Da kippte er vom Hocker. Aber noch bevor er am Boden ankam, fing der Papi ihn auf und gab ihm sogleich seinen Namen. Und Prinzchen begann zu sprechen, weil er sich beim Papi so wohlfühlte.
Prinzchen wirkt auf Fotos viel spröder als in der Wirklichkeit. Ich jedenfalls hab mich seinerzeit gleich in ihn verliebt. Natürlich, mittlerweile pflegt er ab und an eine gewisse Adelsattitüde. Wenn etwa die kleineren Bären an seinem Äußeren, seinen Ansichten et cetera zweifeln. Da kontert er schon mal mit dem maliziös vorgetragenen Hinweis: Niveau sieht von unten immer aus wie Arroganz.
Gefilmt und fotografiert werden, das mag Prinzchen gar nicht gerne: Bin ja schließlich nicht Brigitte Bärdot, knurrt er dann und hat recht damit. Auch aus fröhlicher Runde zieht er sich meist schnell zurück, mit der Bemerkung in vino bäritas, oder so ähnlich.
Ach, ich liebe Prinzchen, er darf immer neben mir sitzen. Auf ihn ist einfach zu allen Zeiten und in jeder Situation Verlass! Die vielen einsamen Jahre vor unserer gemeinsamen Zeit haben ihn sicher etwas misstrauisch gegenüber anderen Teddybären und Menschen gemacht. Aber wir beide haben uns von Anfang an wunderbar verstanden. Ich bin sehr froh, dass er nun bei mir ist: Bei ihm bin ich geborgen. Niemals könnte Euer Bryan auf irgendjemanden neidisch sein: Ich hab nämlich den Papi und mein Prinzchen!
Hier soll nun endlich die Rede sein von Serafino. Dieser Freund ist vor einiger Zeit aus Österreich zugewandert und hat gottlob nicht Brunos Schicksal erlitten. Bärli hat ihn eines Tages zu seinem Papi gebracht, und da wohnt er nun. Das Erfrischende an Serafino sind seine Ehrlichkeit und sein Sarkasmus. Okay, viele kommen damit nicht gleich klar …
Serafino ist ein politisch denkender Teddybär. Und ich finde, er hat dabei von Anfang an viel Profil gezeigt! Wenn er mal wieder so richtig in Fahrt gerät und kaum noch aufzuhalten ist, spreche ich einfach von Serafinos Senf. Da wird er dann meistens schnell wieder ruhig. Ich streichle seine Denkerstirn und nehme ihn in meine Arme. Kuscheln gefällt ihm nämlich doch noch viel besser als Politisieren!
Serafino glaubt nicht daran, dass ein Teddybär immer politisch korrekt sein muss. Wo er hintritt, da purzeln Wurzeln, jedenfalls manchmal! So schrieb er an seinen österreichischen Landsbären, den Petzibär aus Hall in Tirol, im Dezember 2008 eine Bär-Mail, die ziemlich tierisch endete:
Hallo, so viele Zeilen schon nach Österreich, und noch kein Wort über eine vor Kurzem geplante Fahrt ins BÄRENtal? Mit einem ganz großen Auto aus WOLFsburg? Nun, dieses Auto bereitete also nicht nur seit langem dem Hersteller KOPFZERBRECHEN (wegen seiner fürchterlichen Unrentabilität), sondern nun auch seinem wohl berühmtesten Fahrer. Dabei könnte mancher freilich zur Ansicht gelangen, es hätte sich jetzt endlich doch RENTIERt … Wirklich ein abruptes Ende. [Für Uneingeweihte: die Rede ist vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und dem VW Phaeton.]
Mir gefällt Serafinos furchtlose Geradlinigkeit, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Seine Gedanken inspirieren mich. Und keiner von Euch Menschen trägt schönere Holzfällerhemden als er!
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